Streifkollisionen am stehenden Fahrzeug – der Spurneigungseffekt: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 14. Januar 2020, 12:17 Uhr

2016, pp. 194 – 196 (# 05)

Bei Streifkollisionen mit einem bewegten Kollisionspartner sind an dem angestoßenen Fahrzeug häufig konstant schräg verlaufende Streifspuren zu erkennen. Aus Parteienvorträgen ergibt sich in diesem Zusammenhang oft ein in mutmaßlicher Anstreifrichtung vertikal ansteigender Spurenverlauf. Als Ursache für diesen ansteigenden Verlauf tauchen insbesondere zwei Erklärungsansätze immer wieder auf. Zum einen sollen die Spuren durch eine vom Fahrer des stoßenden Fahrzeugs während der Kollision herbeigeführte Beschleunigung hervorgerufen worden sein. Darüber hinaus wird häufig ein großer Massenunterschied zwischen den Kollisionspartnern als Erklärung für ansteigende Spuren angeführt. Zu der Frage, ob es durch aktives Fahrverhalten oder eine große Massendifferenz zu einem Anstieg der Spuren in Anstreifrichtung kommen kann, wurden entsprechende Versuchsreihen durchgeführt.


Grazing collisions with stationary vehicles – the diagonal mark effect
In the case of grazing collisions with a moving collision partner, continuous diagonal scratch marks can often be seen on the impacted vehicle. In this context, statements made by parties have revealed that this often results in vertically rising scratches in the supposed direction of the collision. In particular, two approaches towards explaining these rising scratch marks repeatedly appear. The scratch marks are claimed to be caused by acceleration initiated by the driver of the impacting vehicle during the collision. Furthermore, a large difference in mass between the collision partners is often put forward as an explanation for rising marks. A series of tests was carried out to determine whether active driving behaviour or a large difference in mass can result in a rise in the scratch marks in the grazing direction.

Zitat

Dietrich, R.: Streifkollisionen am stehenden Fahrzeug – der Spurneigungseffekt. Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik 54 (2016), pp. 194 - 196 (# 05)

Inhaltsangabe

In dem Beitrag geht es vornehmlich um den technischen Nachweis von Versicherungsbetrug bei Streifkollisionen. Nach Darstellung des Autors beobachtet man öfters in Anstreifrichtung ansteigende Spuren, was mancherseits entweder durch Beschleunigen während des Kontakts (also Vorsatz) erklärt werde. Alternativ werde der Massenunterschied der Fahrzeuge als Erklärung herangezogen.

Der Autor führt daraufhin fünf Streifkollisionen (mit Massenverhältnis von etwa 2:1) auf dem CTS-Testgelände durch, wobei zweimal das schwerere Fahrzeug am stehenden kleineren vorbeistreift und dreimal umgekehrt das kleinere Fahrzeug am stehenden schwereren. In sämtlichen Fällen ergibt sich ein in Streifrichtung abfallender Spurenverlauf, auch dann, wenn der Verursacher während der Vorbeifahrt beschleunigt. Die Eingangsthese wird durch die Versuche also widerlegt.

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