Fahrzeugrückhaltesysteme: Unterschied zwischen den Versionen

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Die einfache Schutzplanke sollte im Regelfall mit ihrer Oberkante 0,75 m  ±0,03 m über Fahrbahnniveau liegen. Auf Brücken sind ggfls. andere Höhenlagen zu berücksichtigen (siehe VKU 01/2018, p. 6 "Leitplankenhöhe auf Brücken"). Der Pfostenabstand liegt in der Regel bei 2 m. Je nach Profil (A oder B) hat das Schutzplankenprofil selbst eine Höhe von 306 bzw. 310 mm; darunter besteht demnach ein Freiraum von 440 bis 444 mm.
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Die einfache Schutzplanke sollte im Regelfall mit ihrer Oberkante 0,75 m  ±0,03 m über Fahrbahnniveau liegen. Auf Brücken sind ggfls. andere Höhenlagen zu berücksichtigen (siehe VKU 01/2018, p. 6 "Leitplankenhöhe auf Brücken"). Der Pfostenabstand liegt in der Regel bei 2 m. Je nach Profil (A oder B) hat das Schutzplankenprofil selbst eine Höhe von 306 bzw. 310 mm; darunter besteht demnach ein Freiraum von 440 bis 444 mm. Die Materialstärke beträgt 3 oder 4 mm.
  
 
Die [[DIN EN 1317]] sieht für die Aufhaltestufe H1 zwei Anprallversuche vor
 
Die [[DIN EN 1317]] sieht für die Aufhaltestufe H1 zwei Anprallversuche vor

Aktuelle Version vom 11. Juli 2019, 16:25 Uhr

Vehicle Restraint System, Traffic Barrier, BE Crash Barrier, AE Guardrail, Guide Rail

Allgemein

Bundesstraße mit Schutzplanke, Leitpfosten, Blendschutzzaun und Fahrbahnmarkierung

Fahrzeugrückhaltesysteme sollen das Fahrzeug auf der Fahrbahn halten, wenn es droht, davon abzukommen. Sie werden nach DIN EN 1317 in verschiedene Aufhaltestufen eingeteilt:

  • vorübergehende Schutzeinrichtung T1 - T3
  • normales Aufhaltevermögen: N1 + N2
  • hohes Aufhaltevermögen: H1 - H3
  • sehr hohes Aufhaltevermögen: H4a + H4b

Auf der Schutzplanke oder Betonschutzwand werden manchmal Blendschutzzäune montiert.

Betongleitwand

Betonschutzwand auf einer BAB

Betongleitwände (auch Betonleitwand oder Betonschutzwand genannt) werden in einseitiger und doppelseitiger Ausführung hergestellt und sind starre Leiteinrichtungen, die keine Energie aufnehmen und sich nicht verformen. Einseitige Gleitwände werden i.d.R. am Fahrbahnrand, doppelseitige im Mittelstreifen von mehrspurigen Fahrbahnen eingesetzt. Betonschutzwände kommen dort zum Einsatz, wo eine hohe Sicherheit gegen ein Überfahren oder Durchbrechen gefordert ist oder wo der nötige Platz für andere Konstruktionen nicht vorhanden ist. Bei Kollisionen werden die Betonschutzwände i.d.R. nicht beschädigt. Eine konstruktive Bewehrung ist im Regelfall nicht erforderlich.

Herstellung

  • mit vereinzelten Stabstahl-526 II Betoneinlagen
  • hoher Frost- und Tausalz-Widerstand der Betonfestigkeitsklasse B 35
  • Wasserzementwert < 0,50
  • hergestellt als
    • Fertigteile oder
    • in Ortbetonbauweise mit einem Gleitschalungsfertiger

Anforderungen


Skizzen siehe bspw. in Hugemann: Unfallrekonstruktion

  • Meyer, R.: Bd. 1, Kapitel 1.7 Straßenbau S. 90 und
  • Rausch, H.-O.: Bd. 2, Kapitel 5.7 Der Hindernisunfall S. 844

Schutzplanke

Schutzplanke Typ Profil B

Die Schutzplanke wird gängigerweise als Leitplanke bezeichnet. Der Holm (d.h. die eigentliche Schutzplanke) gibt es mit dem gerundetem Profil A (Armco = American Rolling Mill Company) und dem kantigen Profil B (Bethlehem Steel Corporation, Pennsylvania). (Achtung: Im Buch »Die Aufklärung des Kfz-Versicherungsbetrugs« sind die Bezeichnungen vertauscht.)

Man unterscheidet zwischen

  • ESP = einfache Schutzplanke
  • EDSP = einfache Distanzschutzplanke
  • DDSP = doppelte Distanzschutzplanke

Die einfache Schutzplanke sollte im Regelfall mit ihrer Oberkante 0,75 m ±0,03 m über Fahrbahnniveau liegen. Auf Brücken sind ggfls. andere Höhenlagen zu berücksichtigen (siehe VKU 01/2018, p. 6 "Leitplankenhöhe auf Brücken"). Der Pfostenabstand liegt in der Regel bei 2 m. Je nach Profil (A oder B) hat das Schutzplankenprofil selbst eine Höhe von 306 bzw. 310 mm; darunter besteht demnach ein Freiraum von 440 bis 444 mm. Die Materialstärke beträgt 3 oder 4 mm.

Die DIN EN 1317 sieht für die Aufhaltestufe H1 zwei Anprallversuche vor

  • 10-t-Kleinlaster mit 70 km/h unter 15°
  • 900-kg-Pkw mit 100 km/h unter 20°

Der erste Test soll das Verhalten unter extremer Belastung testen, der zweite neben dem Rückhaltevermögen in Bezug auf kleinere Fahrzeuge auch die Einhaltung von Grenzwerten für die biomechanische Belastung. Zur Bewertung von Fahrzeugrückhaltesystemen werden deshalb verschiedene Verletzungs- und Schutzkriterien angewandt.

Eine Übersicht über die einzelnen Testkonfigurationen findet man unter http://www.passco.de/faq/zertifizierung/en-13170/.

Mit PC-Crash (ab Version 8.x) können Leitplanken als gekoppelte 3D-Fahrzeuge modelliert werden. Ein fertiges Projekt findet sich unter ..\Examples\Roadside barriers\lpl.pro.

Stahlgleitschwelle

Skizzen zur Stahlgleitschwelle siehe bspw. Meyer, R.: Bd. 1, Kapitel 1.7 Straßenbau S. 90 in Hugemann: Unfallrekonstruktion.

Weitere Infos zum Thema

Allgemein

Betongleitwand

Schutzplanke

Beiträge zum Thema im VuF

Einzelnachweise