Bewegungsanalyse und Bewertung des Verletzungsrisikos von Insassen bei Seitenkollisionen – Erkenntnisse aus Crashtests beim fahrenden Pkw

Aus Colliseum
Version vom 27. März 2019, 12:33 Uhr von Vdengineering (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

2015, pp. 380 – 389 (#11)

Wissenschaftliche Erkenntnisse bei Seitenkollisionen mit Probanden im fahrenden Pkw sind bisher nicht publiziert worden. In dieser experimentellen Untersuchung wurden vier Probanden, sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer und mit entspannter Muskulatur und angespannter Muskulatur einer seitlichen Belastung (kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung circa 2,1 km/h) im fahrenden Pkw ausgesetzt. Wurde bis dato in der wissenschaftlichen Literatur insbesondere die Primärbewegung als die relevante Bewegungsrichtung der betroffenen Person im Fahrzeug für einen für die HWS möglichen verletzungsrelevanten Anstoß von Körperteilen im Fahrzeuginnenraum betrachtet, so zeigt sich, dass nunmehr auch der Sekundärbewegung (und teilweise auch der Tertiärbewegung) – zumindest auf diesem sehr geringem Belastungsniveau - eine wichtigere Rolle als ursprünglich gedacht, zukommt, welches somit bei der Begutachtung von Verletzungen der Halswirbelsäule nach Pkw-Verkehrsunfällen zu berücksichtigen gilt.


Motion analysis and evaluation of the injury risk to occupants in sideimpact collisions – results from crash tests with moving passenger cars
Results of scientific research into side-impact collisions with test persons in a moving vehicle have not yet been published. In this experimental study, four test persons, both as the driver and as the front-seat passenger and with relaxed and with tensed muscles, were exposed to a side-impact load (collision-related change in velocity of approximately 2.1 km/h) in a moving passenger car. Whereas, until now in the scientific literature, it was the primary motion in particular that was considered to be the relevant direction of motion of the affected person in the vehicle with regard to the impact of parts of the body in the vehicle interior with relevance for possible injuries to the cervical spine, it has now been found that a more important role than previously thought is played by the secondary motion (and in some cases also the tertiary motion) – at least at this very low level of loading – and this must therefore be taken into account in the evaluation of injuries to the cervical spine following a road traffic accident.

Zitat

Castro, C.; Hein, M.; Kalthoff, W.; Becke, M.; Gorny, L.; Wagner, H.; Castro, W.: Bewegungsanalyse und Bewertung des Verletzungsrisikos von Insassen bei Seitenkollisionen – Erkenntnisse aus Crashtests beim fahrenden Pkw. Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik 53 (2015), pp. 380 – 389 (#11)

Inhaltsangabe

Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung bei den Versuchen betrug in Querrichtung Δv = 2,1 km/h. Die hieraus resultierende biomechanische Insassenbelastung wird von den Autoren als sehr gering eingestuft.

Anmerkungen

In Bild 5 und 6 ist mit SCM vermutlich der Musculus sternocleidomastoideus (im Englischen sternocleidomastoid muscle) gemeint.

Beiträge zum Thema im VuF

Weitere Infos zum Thema HWS

Siehe auch