Anfahrbeschleunigungen für die Praxis
1992, p. 252 (#10)
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Zitat
Gosberger wissenschaftlicher Arbeitskreis: Anfahrbeschleunigungen für die Praxis. Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik 30 (1992), pp. 252 -254. (# 10)
Inhaltsangabe
Der Artikel präsentiert die Ergebnisse von Fahrversuchen, welche die Teilnehmer des Gosberger wissenschaftlicher Arbeitskreises anlässlich eines ihrer Treffen unternommen haben. Dabei wurde jeweils mit dem eigenen Fahrzeug aus dem Stand angefahren, teilweise geradeaus, teilweise im engen Rechtsbogen. Der Zeitbedarf für die ersten 10 m, 20 m und (teilweise) 30 m Anfahrstrecke wurde per Handstoppung ermittelt und gemäß
auf eine mittlere Beschleunigung umgerechnet. Dabei wurde den Probanden aufgegeben, langsam-gemächlich, normal oder zügig-sportlich anzufahren und das so zu tun, wie sie selbst diese Adjektive interpretieren. Im Artikel wurden daraus dann die Kategorien langsam, normal und schnell.
Die Aufgabe, sportlich anzufahren, wurde von den Teilnehmern (angesichts der Ergebnisse) offenbar im Sinne "sportlicher" Höchstleistung interpretiert und ist in etwa mit der technisch maximal möglichen Beschleunigung gleichzusetzen. Der über 30 m Geradeausfahrstrecke erzielte Maximalwert von 4,5 m/s² entspricht gemäß
einer Endgeschwindigkeit von 59 km/h. (Dieses Ergebnis ist ein ungefährer Wert, weil hier mit mittlerer Beschleunigung über dem Weg gerechnet wird, im Versuch jedoch die mittlere Beschleunigung über der Zeit errechnet wurde.)
Die folgenden Diagramme stellen die Ergebnisse inklusive Bandbreiten (min., Mittelwert, max.) zusammen:
In der Serie Anfahrbeschleunigungen für die Praxis wurden auch Ergebnisse veröffentlicht für:
- Pkw: Anfahrbeschleunigungen für die Praxis
- Zweiräder: Anfahrbeschleunigungen von motorisierten Zweirädern
- Lkw: Lkw-Anfahrbeschleunigungswerte für die Praxis
- Omnibusse: Anfahrbeschleunigungen für die Praxis - Kraftomnibusse (KOM)
Weitere Beiträge zum Thema im VuF
- 1978 #3 Anfahr- und Anhaltevorgänge von Linien-Omnibussen
- 1986 #5 Anfahrbeschleunigungen von Personenwagen
- 1988 #9 – 1994 #11 (Artikelreihe) Versuchsergebnisse: Maximalbeschleunigung von Zweirädern
- 1988 #9 – 1994 #11 (Artikelreihe) Beschleunigungsverhalten von Kraftfahrzeugen
- 1990 #7/8 Lkw Verzögerungen, Beschleunigungen und Schwellzeiten
- 1992 #10 Anfahrbeschleunigungen für die Praxis
- 1993 #7/8 Lkw-Anfahrbeschleunigungswerte für die Praxis
- 1993 #12 Anfahrbeschleunigungen für die Praxis Zweiräder
- 1994 #3 Anfahrbeschleunigungen von motorisierten Zweirädern
- 1994 #11 Anfahrbeschleunigungen für die Praxis - Kraftomnibusse (KOM)
- 1995 #2 Transformation gemessener Anfahrkennlinien auf die Unfallbedingungen
- 1998 #7/8 Schaltvorgänge und Anfahrbeschleunigung des Normalfahrers im Innerortsverkehr
- 2002 #4 Anfahrbeschleunigungen im alltäglichen Straßenverkehr
- 2005 #4 Beschleunigungsmessungen an Autobussen in realen Verkehrssituationen zur Berechnung der auf die Fahrgäste einwirkenden dynamischen Belastungen
Weitere Infos zum Thema
- 1979 Braun, H., Dreyer, W.: Ein Standard-Fahrzyklus für Stadtlinienomnibusse: Stadtbuszyklus. ATZ 81 (1979), pp. 29 - 32
- 2001 Nickel, M.: Geschwindigkeitsabhängige Summenhäufigkeiten von Längs- und Querbeschleunigungen für ein Fahrerkollektiv. Diplomarbeit an der FH Köln, 2001; www.unfallrekonstruktion.de
- 2003 Nickel, M.; Hugemann, W.: Längs- und Querbeschleunigungen im Alltagsverkehr, EVU Jahrstagung, Zürich, Switzerland, 5. – 6. September 2003; http://www.evuonline.org
- 2006 Möglichkeiten und Grenzen der Anfahrbeschleunigung von Pkw, EVU-Jahrestagung 05. – 07.10.2006 in Dresden
- 2007 Hugemann: Unfallrekonstruktion Kapitel 2.5 Fahrvorgänge, S. 347 – 368
- 2007 Hugemann: Unfallrekonstruktion Kapitel 2.6 Anhaltswerte für Beschleunigungen, S. 369 – 402
- 2008 GWZ-Tabelle